Sie haben kaum mit dem Training begonnen..plötzlich spüren Sie ein Ziehen im hinteren Oberschenkel. Nur Augenblicke später verknoten sich die hinteren Oberschenkelmuskeln zu einem steinharten Klumpen, der so weh tut, dass es Ihnen den Atem raubt. Die Kontraktion zieht den Unterschenkel an und drückt ihn fest gegen den hinteren Oberschenkel. Sie haben einen Krampf.
Die meisten von uns kennen den starken Schmerz eines aus allen Fugen geratenen Muskels von den Waden, den Füssen und dem Bereich unterhalb der Rippen. Sie können die Verhärtung des Muskels deutlich fühlen, wenn Sie den betroffenen Bereich anfassen. Sie können unter Umständen auch sehen, wie der Muskel im Versuch, immer noch stärker zu kontrahieren, zuckt und arbeitet. Ein verkrampfter Muskel kann eine solche Kraft entfalten, dass er den Knochen bricht, an dem er ansetzt. Wir könnten willkürlich unmöglich einen Muskel so stark kontrahieren. Oft reissen verkrampfte Muskeln auch. Der tagelange Schmerz nach einem Muskelkrampf ist ein Symptom genau so einer Verletzung.
Krämpfe können ohne Vorwarnung auftreten. Es kommt zu Krämpfen, wenn die Nervenfasern, welche den Muskel versorgen, unkontrolliert agieren, z.B. nachts, wenn man am tiefsten entspannt ist und eine bewusste oder unbewusste Kontraktion einen Muskel überkontrahieren lässt, weil die synergistischen Muskeln, die diese Kontraktion im wachen Zustand voll im Griff haben, noch fest schlafen. Besonders anfällig für diese Art von Krämpfen, sind ältere Menschen, denen man allerdings oft mit regelmässigen Streckübungen vorbeugen kann.
Die Krämpfe, unter denen Sie als hart trainierender Bodybuilder leiden können, haben tiefere physiologische Ursachen. Es kann im Training aufgrund ungünstiger Körperhaltung zu Krämpfen kommen, aber höchstwahrscheinlich sind die Ursachen Muskelermüdung, unzulängliche Durchblutung oder Mineralstoffmangel. Mineralstoffmangel kann sich negativ auf die Durchblutung der Muskulatur auswirken. Krämpfe sind oft auf Kalzium, - Natrium - oder Kaliummangel zurückzuführen. Im Bestreben, möglichst scharfe Definition zu erzielen, leiden Bodybuilder recht häufig unter Mineralstoffmangel, weil sie während ihrer Wettkampfdiät beispielsweise auf Obst und Milchprodukte verzichten.
Die Muskeln brauchen Kalium. Ein kontrahierender Muskel schüttet Kalium in die benachbarten Blutgefässe aus, die sich daraufhin erweitern und mehr Blut aufnehmen können. Wird der Muskel nicht ausreichend durchblutet, so verkrampft er. Der Muskel braucht auch Kalium, um sein gespeichertes Glykogen verwerten zu können, die Hauptenergiequelle für jede Muskelkontraktion. Darüberhinaus regeln Mineralstoffe die Sensibilität des Nervengewebes. Ein Mangel kann die Innervation eines Muskels beeinträchtigen, so dass er ermüdet und anfällig für Krämpfe wird. Die ungewöhnlich Belastungen strenger Wettkampfdiät und harten Trainings können den Mineralstoffhaushalt von Bodybuildern durcheinanderbringen.
Starkes Schwitzen und hartes Training können Natriummangel hervorrufen. Obwohl Salz einer der natürlichen Feinde jedes Bodybuilders ist, kann Salzmangel schlimme Krämpfe verursachen. Mineralstoffmängel sind nicht besonders häufig, aber anabole Steroide und Diuretika können das Gleichgewicht empfindlich stören. Nehmen wir dazu den Mineralstoffverlust durch überstrenge Diät und hartes Training, und den Muskelkrämpfen ist Tür und Tor geöffnet. Krämpfe sind sehr häufig auf eine Dehydratisierung von Sportlern bei hohen Temperaturen zurückzuführen. Der Verlust einiger Liter Schweiss in Training oder Wettkampf kann das Blutvolumen verringern, was die Muskelfunktionen einschränkt und Krämpfe verursacht.
Man kann sich vor Muskelkrämpfe schützen, indem wir genügend Wasser trinken. Warten Sie damit nicht, bis Sie durstig sind.
Am schnellsten werden Sie einen Krampf los, indem Sie den betroffenen Muskel strecken. Dann behandeln Sie diesen Muskel, wie Sie eine Verletzung behandeln würden. Stellen Sie sofort das Training des betroffenen Bereichs ein, um weiteren Verletzungen vorzubeugen. Machen Sie eine Eispackung, bei nicht nachlassendem Schmerz und Schwellungen. Ein entscheidender Aspekt jeder Behandlung ist Ruhe.
Vermuten Sie einen Mineralstoffmangel als Ursache Ihrer Probleme, so sollten Sie sich gründlich untersuchen lassen.