Frage: Wie kann ich mich körperlich fit halten? Wegen Schmerzen in den Beinen kann ich nicht joggen, noch Rudern, geschweige denn Radfahren, wegen meiner Knie.
Antwort: In Ihrem Fall lautet die Antwort : Schwimmen. Schwimmen ist nicht nur überaus effektiv zur Verbesserung kardiorespiratorischer Fitness, sondern tut dem ganzen Körper gut. Andere aerobische Aktivitäten tun das auch, aber nur beim Schwimmen bewegen Sie sich im Medium Wasser fort. Sie werden im Wasser durch den Auftrieb praktisch leichter, so dass Ihre Gelenke und Knochen weitestgehend entlastet werden. Beim Schwimmen besteht daher praktisch überhaupt keine Verletzungsgefahr. Schwimmen können Frauen und Männer jeden Alters.
Sie belasten beim Schwimmen fast alle Muskeln Ihres Körpers, manche allerdings mehr als andere. Ausserdem können Sie problemlos die Intensität verändern, um den Trainingseffekt zu variieren. Wenn Sie beispielsweise schneller als gewohnt schwimmen, gewinnen Sie abgesehen von kardiorespiratorischer ( Herz, Lunge, Kreislauf ) Fitness auch etwas an Kraft. Schneller schwimmen Sie, indem Sie entweder die Bein - oder Armarbeit verstärken.
Zu Anfang werden Sie schnell besser werden. Der Kraftzuwachs wird sich allerdings bald auf einen gewissen Stand einpendeln. Alle aerobischen Aktivitäten sind hervorragend für Herz und Kreislauf, aber man entwickelt mit Ihnen keine Kraft ( abgesehen von einem gewissen Kraftzuwachs ganz zu Anfang, der aber bald zum Stillstand kommt ).
Sie sollten Ihr Schwimmtraining wie bei allen anderen aerobischen Trainingsformen mit Krafttraining ergänzen. Es ist hinreichend bekannt, dass kardiorespiratorische Fitness zur Verbesserung aller Funktionen von Kreislauf, Herz und Lunge überaus wichtig ist. Um aber aerobisch trainieren zu können, braucht man Kraft.
Ihr Körper muss stark genug sein, um nicht nur dieses Training durchzustehen, sondern auch um so manche schwere Aufgabe erfüllen zu können, z.B. einen schweren Karton anheben oder die Möbel umstellen.
Die folgenden Übungen sollten Sie zur zusätzlichen Kräftigung der Beine und der Taillenpartie ausführen, denn beim Schwimmen im Crawl - Stil wird die meiste Kraft, ( bis zu 90 % ) von den Armen aufgebracht. Brustschwimmen belastet die Beine stärker, aber nur hinsichtlich Adduktion und Extension.
Beim Crawlen geht die Beinarbeit vorwiegend von den Hüftgelenken aus - Flexion des Beins mit der Abwärtsbewegung und Extension bei der Aufwärtsbewegung. In Fussgelenken und Knien findet nur wenig Bewegung statt. Sie sollten deshalb die entsprechenden Bereiche mit Beinstrecken, Beincurls und Wadenheben kräftigen.
Die Muskulatur der Taillenpartie, die die von den Beinen ausgehenden Kräfte zum Rumpf überträgt und den ganzen Körper in der richtigen Schwimmlage hält, trainieren Sie am besten mit Situps, reversen Situps, reversem Rumpfdrehen, Rückenheben, sowie Rückenheben mit Rumpfdrehung.
Zusätzlich zu diesen Übungen zur Kräftigung von Muskeln, die beim Schwimmen kaum belastet werden ( ausser bei sehr intensiver Beinarbeit ), sollten Sie, um Ihre Leistungen verbessern zu können, auch diejenigen Muskeln zusätzlich stärken, die beim Crawlen vorwiegend beansprucht werden. Es handelt sich dabei um die Muskeln des Schultergelenks, des Schultergürtels, des Ellbogens und des Handgelenks.
Beim Schwimmen in anderen Lagen werden bei der Armarbeit mehr oder weniger dieselben Muskeln beansprucht wie beim Crawl. Beim Brustschwimmen ziehen Ihre Arme nach hinten, beim Rückenschwimmen ziehen die Arme seitlich nach unten.
Schwimmen ist eine ausgezeichnete Aktivität zur Entwicklung kardiorespiratorischer Fitness und ein gutes Training für die Arme. Darüber hinaus ist es eine der sichersten und effektivsten Trainingsformen, wenn man sich bei anderen aerobischen Aktivitäten verletzt hat, oder wenn man verletzungsanfällig ist. Allerdings, ist das Ziel umfassende Fitness, so muss auch Schwimmen mit Krafttraining ersetzt werden.