Was Depressionen sind, wissen Sie. Sie kommen von der Arbeit heim und sind unglücklich. Sie lassen Schultern und Kopf hängen und Sie fühlen sich verbraucht und unansehnlich. Eigentlich möchten sie zum Training gehen, aber das erscheint Ihnen heute einfach sinnlos.
Es geht Ihnen so schlecht, dass das Training das Letzte ist, woran Sie denken können. Aber gerade wenn Sie so deprimiert sind, brauchen Sie mehr Training und nicht weniger.
Unsere Urväter in der Steinzeit kannten keine Depressionen. Was sie empfanden, war Angst. Entweder mussten Sie kämpfen oder weit und schnell genug laufen können, wenn sie nicht als Frühstück eines Höhlenbären enden wollten.
Gerieten unsere Vorväter in Schwierigkeiten, liefen eine ganze Reihe von Dingen gleichzeitig ab. Ihr vegetatives Nervensystem schaltete auf Alarmstufe eins; Blut schoss zu den Muskeln, die an schnelle Reaktionen gewöhnt waren; die Glukosekonzentration im Blut stieg; im ganzen Körper beschleunigte sich der Zellmetabolismus.
Auch wir verfügen noch über diese vegetative Stressreaktion. Sie ermöglicht uns kurze Ausbrüche hektischer Aktivität. Natürlich ist das Problem, dass wir heute keinem Höhlenbären mehr über dem Weg laufen, und auch sonst gibt es kaum noch Grund für nackte Angst. Wir haben stattdessen den Stress. Stress in Ehe und Partnerschaft, im Beruf, Stress aufgrund finanzieller Schwierigkeiten. Im Gegensatz zu Angst kann Stress tagelang, monatelang, sogar jahrelang anhalten. In solchen Situationen hilft uns die vegetative Stressreaktion nicht viel. Oft genug gleiten wir aus stressgeladenen Situationen in Depressionen ab.
Auf Depressionen reagieren die Menschen unterschiedlich. Manche werden lustlos, lethargisch und schlafen mehr als unter normalen Umständen. Andere reagieren, als wären sie elektrisch aufgeladen. Das klingt, als würde die vegetative Stressreaktion den ganzen Tag über ablaufen, jeden Tag, anstatt nur für ein paar Minuten.
Training hilft manchen Menschen, die Symptome ihrer Depressionen zu überwinden. Man weiss, dass körperliches Training den Endorphinspiegel im Blut anhebt und man fühlt sich wohler.
Ein weiterer nicht zu unterschätzender Gesichtspunkt der Beziehung zwischen Training und Depressionen; der mentale Aspekt. Der mentale Aspekt ist wirklich von überaus grosser Bedeutung. Die Menschen, die am meisten vom Bodybuilding - Training erwarten, scheinen auch am meisten davon zu profitieren.
Natürlich ist jede Form körperlichen Trainings von unschätzbarem Wert, wenn sie richtig betrieben wird. Nach der Grundausbildung beim Militär sind junge Männer immer fitter als vorher, auch wenn es ihnen nicht gefallen hat. Besser ist natürlich, man beginnt ein Trainingsprogramm von vornherein mit einer positiven Einstellung.
Training macht sie nicht nur körperlich stärker und gesünder, sondern es trägt auch zu Ihrem geistigen Wohlbefinden bei.