Was das Altern angeht, so gehen wir alle denselben Lebensweg. Die Zeit können wir nicht anhalten. Nach einem körperlichen Höhepunkt im Alter von etwa Mitte 20 beginnt für uns alle ein langsamer, irreversibler Prozess, dem bisher noch niemand entgehen konnte. Gegen Falten und graues Haar können wir nicht viel tun, aber wir können viele unerfreuliche Alterserscheinungen verhindern oder zumindest verzögern.
Unsere älteren Athleten von heute werden immer mehr zu Repräsentanten einer wachsenden " Grauen Kraft ". Wenn viele von ihnen jünger aussehen als ihr Lebensalter ausweist, so liegt das daran, dass sie jünger sind - aus biologischer Sicht. Man hat Menschen aller Altersgruppen hinsichtlich der geistigen und körperlichen Funktionen im Verhältnis zu ihrem biologischen Alter untersucht und festgestell, dass ihr Aussehen - ungeachtet ihres tatsächlichen Lebensalters - sehr genau ihrem biologischen Alter entsprach. Ein 65jähriger Mann in guter körperlicher Verfassung kann aussehen - und agieren - wie mit 40. Die Sportler, mit ergrauendem Haar widerlegen die irrige Ansicht, dass Alter unausweichlich mit Senilität und körperlichem Verfall einhergeht. Der Körper rostet nicht, wenn man ihn gebraucht. Bei älteren Menschen in guter körperlicher Verfassung verbessern sich viele geistige Fähigkeiten, von denen man einst angenommen hatte, sie würden mit zunehmenden Alter verkümmern. Ausserdem sind ältere und alte Menschen besser in der Lage, mit neuen Situationen fertigzuwerden, wenn sie körperlich fit sind. Die bekannten und unausweichlichen, altersbedingten Probleme und Schwächen werden durch körperliche Fitness in ihrem Auftreten verzögert.
Ein gesunder Lebensstil beeinflusst viele Aspekte unseres biologischen Alters. Im Allgemeinen sind biologisch ältere Menschen bei schlechterer körperlicher und geistiger Gesundheit übergewichtig und wenig aktiv. Untersuchungen belegen, dass der Sexualhormonspiegel bei gesunden älteren Männern fast derselbe ist wie bei jungen Männern; und interessanterweise ist dieser Hormonspiegel bei älteren Männern höher, wenn sie sexuell aktiv sind.
Inzwischen hat die Wissenschaft erkannt, dass Bodybuilding Herz und Kreislauf nützt, den Körperfettanteil niedrig hält, die Glukosetoleranz erhöht, das Infarktrisiko reduziert, Depressionen entgegenwirkt und für gesunden Schlaf sorgt. Fest steht, dass das durchschnittliche Sterbealter körperlich aktiver Menschen höher liegt als bei körperlich inaktiven Menschen.
Bodybuilding - Training verzögert auch das Einsetzen von Osteoporose, jener fortschreitenden Schwächung der Knochen, die allgemein mit Alter assoziiert wird. Nach dem Klimakterium verlieren Frauen jährlich 2 - 3 % ihrer Knochensubstanz. Bodybuilding baut nicht nur Muskelsubstanz und Muskelkraft auf, sondern auch Knochensubstanz und Knochenstärke. Tennisspieler, Kugelstosser und Speerwerfer haben stärkere und grössere Knochen in dem Arm, den sie zur Ausübung ihres Sports benutzen. Aus medizinischer Sicht ist Training in Verbindung mit reichlich Vitamin D und Kalzium der beste Schutz vor Knochenschwund.
Natürlich brauchen ältere Menschen vorsichtige Führung in ihren Fitnessprogrammen. Sie könnten sonst beispielsweise in ihrer Begeisterung übers Ziel hinaus schiessen. Übertriebener Trainingseinsatz kann zu Verletzungen führen. Aber Angesichts eingeschränkter körperlicher Funktionen ist nämlich schon ein wenig Training sehr viel. Ein einfacher Spaziergang kann enorm viel ausmachen.
Der positive Lebensstil im Zusammenhang mit körperlichem Training schliesst Rauchen, Trinken und Fettleibigkeit aus. Fitness verbessert alle unsere Tage. Es mag unangenehm sein, über altersbedingte Veränderungen nachzudenken, aber die immer neuen Erkenntnisse auf dem Gebiet körperlichen Trainings werden auch weiterhin Verfallserscheinungen entgegenwirken und uns allen das Leben angenehmer machen.