Frage: Beim Training ist mir aufgefallen, dass viele beim Bankdrücken unterschiedlich weit greifen. Manche greifen sehr weit und andere ausgesprochen eng. Es sind alles gute Kraftsportler. Mit weitem Griff kann ich kein hohes Gewicht drücken und bei engem Griff mache ich immer schlapp. Wie kann ich den für mich richtigen Griff herausfinden und gleichzeitig die oberen Brustmuskeln entwickeln?
Antwort: Die Hände liegen beim Bankdrücken mit engem Griff fast genau über den Schultern an der Hantelstange. Die Trizeps werden bei diesem Griff sehr stark belastet. Mit engem Griff sind schon Weltrekorde im Bankdrücken aufgestellt worden und grosse Kraftdreikämpfer verwenden in Training und Wettkampf sowohl den engen als auch den weiten Griff, und zwar hauptsächlich, um vollständige Entwicklung der entsprechenden Muskulatur zu gewährleisten.
Beim Bankdrücken mit weitem Griff liegen die Hände im Abstand von bis zu 80 cm um die Langhantelstange. Die Hauptbelastung verlagert sich bei dieser Technik von den Trizeps auf die Brustmuskeln, einschliesslich der oberen Brustmuskeln. Wenn es Ihnen um die Entwicklung dieser Muskeln geht, sollten Sie also verstärkt Bankdrücken mit weitem Griff trainieren.
Was den besten Griff angeht, so sind verschiedene Punkte zu bedenken. Wenn Ihnen beim Bankdrücken mit engem Griff auf halbem Weg die Kraft ausgeht, können Sie Ihr Bankdrücken vielleicht mit zusätzlichem Trizepsdrücken verbessern. Sollten Ihre Trizeps aussergewöhnlich gut auf Bankdrücken mit engem Griff reagieren, so erzielen Sie möglicherweise mit der Zeit sehr gute Fortschritte, wenn Sie einfach bei dieser Technik bleiben. Die meisten Sportler beginnen mit engem bis mässig weitem Griff und können beim Übergang zu weitem Griff nur sehr wenig Kraft entfalten.
Ein weiter Griff ist theoretisch am besten, weil dabei die Last auf mehr Muskelgruppen verteilt wird. Das heisst, man reduziert die Gefahr, eine bestimmte Muskelgruppe überzutrainieren, und steigert den Kraftzuwachs im ganzen Körper. Sportler, die ihre Schultern durch Training mit engem Griff überanstrengen, können oft nur weitertrainieren, wenn sie zu einem weiten Griff übergehen. Meistens geht das glücklicherweise ganz problemlos. Auf diese Weise gelingt es vielen Athleten, ein Stagnieren ihrer Maximalleistung in Einzelversuchen zu überwinden.
Es ist empfehlenswert, zu einem weiteren Griff zu wechseln und am Anfang sehr vorsichtig zu trainieren. Steigern Sie Ihr Trainingsgewicht schrittweise und versuchen Sie sich erst nach 5 - 6 Wochen soliden Trainings mit weitem Griff an ihrer Maximalleistung. Sie verlegen mit dieser Technik den Schwerpunkt der Entwicklung auf die oberen Brustmuskeln, so dass Brust - und Schultermuskeln gleichmässiger gestärkt werden, was auf die Dauer zu Steigerungen der Maximalleistung führen sollte.
Wenn Sie ganz zu Anfang mit weitem Griff begonnen hätten, würden Sie beim plötzlichen Übergang zu Bankdrücken mit engem Griff sehr wahrscheinlich eine ähnliche Abnahme der Trainingsgewichte erfahren, die Sie bewältigen können. Der enge Griff ist beim Bankdrücken nicht unbedingt besser als der weite. Sehr wahrscheinlich ist es sogar genau umgekehrt.