Innerlich können Sie sich noch so gut auf ein Training vorbereiten, es wird immer Störfaktoren geben, auf die Sie sich einstellen müssen. Konzentrationsmängel, Ablenkungen, ein überfülltes Studio oder das Gefühl unvollständiger Regeneration vom letzten Training sind nur einige der Faktoren, mit denen Sie rechnen müssen. Erfolgreiche Bodybuilder sind diejenigen, die ihr Training den Gegebenheiten anpassen und entsprechend modifizieren können.
Abgesehen von Ihrer positiven Wirkung in speziellen Bereichen machen Ihre positive Haltung, Entspannung, Planung und Visualisierung Sie im Training wesentlich bewusster.
Je bewusster Sie sich Ihres Körpers sind, desto gezielter können Sie Ihre Trainingsübungen auswählen.
Der Körper verfügt über eine grosse Portion Weisheit. Er weiss, was er braucht und was nicht. Ständig übermittelt er Signale an deas Gehirn. Wenn Sie sich Ihrer Muskeln bewusst sind, spüren Sie genau, wie sie reagieren. Sie können auf Grund auf dieser Information dann jede Übung exakt so einrichten, dass Sie optimale Resultate damit erzielen.
Erfolgreiche Bodybuilder ähneln sich darin, dass sie schwächere Muskelgruppen sehr intensiv und mit grosser Genugtuung trainieren. Während viele von uns das Training schwächerer Körperteile am liebsten abkürzen oder ganz ausfallen lassen, widmen sich gute Bodybuilder der Arbeit schwächer entwickwickelter Muskeln zuerst, wenn sie noch frisch ausgeruht sind. Sie wissen, dass das übrige Training die reinste Freude ist, wenn sie diese schwierige Hürde erst einmal genommen haben.
Im Studio sind zwei oder drei Stunden eine lange Zeit. Kluge Bodybuilder wissen, dass dabei hohe Anforderungen an ihre Konzentration gestellt werden, deshalb planen sie ihr Training entsprechend und teilen ihre Kräfte ein. Sie trainieren nicht nur die schwächeren Körperteile zuerst, sondern behalten sich auch Energien zurück, damit sie den letzten Satz mit derselben - oder sogar noch höheren Intensität ausführen können, wie den ersten. Es kommt ihnen darauf an, jeden Satz positiv abzuschliessen. anstatt lediglich zu " überleben " oder ein Training vorzeitig abbrechen zu müssen. Sie wissen, dass das nur möglich ist, wenn sie ihre Energien über das gesamte Training gewissenhaft einteilen.
Die meisten Bodybuilder kennen ein interessantes Phänomen, das etwa nach der Hälfte eines Trainings eintritt. Man nennt es auch den " mentalen toten Punkt ". Der Begriff lehnt sich an den sogenannten toten Punkt beim Gewichtheben an, wo manchmal die Hälfte eines Bewegungsablaufs - besonders wenn die Muskeln bereits erschöpft sind, nichts mehr geht. Wenn man diesen Punkt überwinden kann, kann man die Bewegung auch abschliessen. Es scheint beim Training einen Punkt zu geben, an dem sich bei uns in mentaler Hinsicht, nichts mehr rührt. Unsere Konzentration lässt zu diesen Zeitpunkt nach, wir legen zwischen den Sätzen immer längere Pausen ein, unsere Energien schwinden auf rätselhafte Weise und unsere Entschlossenheit, bis zum Schluss höchste Intensität beizubehalten, löst sich langsam auf. Wenn wir an diesen mentalen toten Punkt angekommen sind, erscheint es uns viel leichter, das Training vorzeitig abzubrechen, als weiterzumachen.
Am häufigsten tritt dieser tote Punkt nach 52 - 65 % einer Trainingseinheit ein. Die Halbzeitmarke ist überschritten ( in psychologischer Hinsicht gibt es jetzt kein Zurück mehr ), aber die zwei - Drittel bzw. drei Viertel - Marke ist noch nicht erreicht, wenn das Trainingsende in Sicht kommt und wir noch einmal einen Motivationsschub bekommen. Wenn wir diese Phase überwinden, so können wir anschliessend noch ein paar wirkliche effektive Sätze durchstehen.
Wie überwindet man nun diesen toten Punkt? Zunächst machen Sie sich einmal klar, dass er eintreten kann. Der tote Punkt macht denjenigen am meisten zu schaffen, die er unvorbereitet trifft. Zweitens gestalten Sie Ihr Training frisch und abwechslungsreich. Meistens tritt ein toter Punkt bei eingefahrenen Trainingsplänen ein. Wenn Sie drittens das Herannahen eines toten Punkts spüren, nehmen Sie ihn zum Anlass, sich mit vollem Einsatz in das Training zu knien und ein paar wirkliche Qualitätssätze durchzukämpfen. Denken Sie daran, dass Sie wahrscheinlich am schwierigsten Punkt Ihres Trainings sind, und das der Rest Ihres Trainingsprogramms leichter und befriedigender wird, wenn Sie über diesen Punkt hinwegkommen.
Sie können mit derselben Einstellung auch an das manchmal schmerzhafte Unbehagen herangehen, das die meisten von uns im letzten Drittel eines Satzes empfinden. Das Gefühl wird dadurch ausgelöst, dass die äusseren Muskelfasern langsam ermüden, während die inneren stimuliert werden. Nehmen Sie dieses Unbehagen zum Anreiz und fassen Sie sich ein Herz! Genau dies ist der Zeitpunkt, an dem sich Ihr Trainingseinsatz bezahlt macht, also konzentrieren Sie sich noch einmal voll auf jede verbleibende Wiederholung.
Ablenkungen sind wahrscheinlich das häufigste Problem, mit dem man als Bodybuilder im Training konfrontiert wird. Schmerzensschreie, überlaute Musik, Gewichte, die auf dem Boden krachen - all diese Dinge lenken uns von intensivem, qualitativ hochstehendem Training ab. Der richtige Umgang mit Ablenkungen ist ein wichtiger Faktor für bessere Fortschritte.
Sicher ist Ihnen klar, dass Sie umso weniger anfällig für Störungen von aussen sind, je entspannter und besser vorbereitet Sie ins Training hineingehen. Konzentrieren Sie sich sowohl auf das, was Sie gerade tun, aber auch auf den übrigen Verlauf Ihres weiteren Trainings. Sie haben über das Studio kaum oder keine Kontrolle. Aber über sich selbst haben Sie vollständige Kontrolle. Also richten Sie Ihre Energien auf den Aspekt, den Sie beinflussen können.
Genau wie wir uns konzentrieren können, werden wir alle gelegentlich auch abgelenkt. Dann kommt es darauf an, möglichst schnell die Konzentration wiederzufinden. Konzentrieren Sie sich nicht auf die Ablenkung oder auf Ihren Ärger, sondern schliessen Sie lieber die Augen, atmen ein paarmal tief durch und entspannen Sie sich. Dann konzentrieren Sie sich erneut auf Ihr Training und machen dort weiter, wo Sie unterbrochen wurden.