Jede Übung des Bodybuilding - Trainings hat eine Aufwärts - und eine Abwärtsbewegung. Beim Anheben des Gewichts kontrahieren die entsprechenden Muskeln und vom diesem Teil der Bewegung erwartet man im Allgemeinen den grössten und Muskel - und Kraftzuwachs. Man ist in den letzten Jahren dazu übergegangen, das Anheben als den positiven Teil eines Bewegungsablaufs zu bezeichnen, und das Absenken als den negativen Teil. Da das Anheben eines Gewichts schwerer ist und weil dabei unsere Muskeln kontrahieren, betrachtet man es als die muskelbildende Hälfte des gesamten Bewegungsablaufs.
Viele Bodybuilder neigen als Folge davon zu Unachtsamkeit beim Absenken eines Gewichts und betrachten diesen Abschnitt einer Bewegung lediglich als unwichtige Unterbrechung bis zum nächsten Anheben.
Man sieht viele Anfänger und noch nicht sehr weit fortgeschrittene Bodybuilder auf diese Weise trainieren. Allerdings widmen die Champions dem Absenken des Gewichts im Allgemeinen dieselbe Konzentration wie dem Anheben. Das ist einer der Gründe dafür, dass sie Champions geworden sind. Durch absolut korrekte Technik, bei der das Gewicht genauso langsam abgesenkt wie angehoben wird, belasten Sie Ihre Muskeln unter kontinuierlicher Spannung und steigern die Ausdauer für ihre Wiederholungen im Training.
An dieser Stelle soll noch mal die Bedeutung korrekter Technik der vollständigen Bewegungsabläufe des mittleren bis langsamen Tempos sowohl beim Anheben als auch beim Absenken eines Gewichts betont werden. Jede Wiederholung sollte etwa 7 Sekunden dauern, drei für das Anheben und vier für das Absenken. Will man Höchstkontraktionen und optimale Streckung erzielen, so benötigt man noch mehr Zeit für die entsprechenden Pausen am höchsten und niedrigsten Punkt des Bewegungsablaufs. Ruckartige oder schwungvolle Bewegungen der Gewichte sind auf jeden Fall zu vermeiden. Bewegen Sie Ihre Trainingsgewichte stattdessen ausschliesslich mit Muskelkraft auf und ab.
Bei langsamem, kontrolliertem Tempo bringen Ihnen Trainingsübungen bessere Fortschritte, durch kontinuierliche Spannung, Höchstkontraktion, maximale Streckung und maximaler Widerstand über den vollständigen Bewegungsablauf. All diese Faktoren fördern die Entwicklung stärkerer und grösserer Muskeln.
Das Absenken sollte sogar bei Abfälschungen langsam erfolgen - sonst hat das schnelle, schwungvolle Anheben des Gewichts keinen Sinn. Abfälschungen der korrekten Trainingstechnik sind eine Möglichkeit, Negativwiederholungen auszuführen. Mit einem leichten kontrollierten Schwung bei der Aufwärtsbewegung von Curls und Drücken können Sie höhere Gewichte absenken, als Sie normalerweise in die Höhe bekommen.
Zur besseren Kontrolle einiger Grundübungen hier ein paar Tipps:
Kniebeuge: Zählen Sie: " Eins und zwei und drei und vier ", wenn Sie in die Hocke gehen. Verharren Sie eine volle Sekunde in der Hocke und drücken Sie sich dann unter langsamem, gleichmässigem Einsatz der Quadrizeps wieder in den aufrechten Stand. Zählen Sie dabei: " Eins und zwei und drei ".
Rudern vorgebeugt. Ziehen Sie das Gewicht aus der vollständig gestreckten Position in die Höhe und zählen dabei : " Eins und zwei und drei ". Versuchen Sie, die Langhantelstange bis an die unteren Rippen zu führen. In dieser Position halten Sie das Gewicht ein Sekunde lang und senken es dann unter Zählen bis vier in die Ausgangsposition ab.
Curl. Bringen Sie das Gewicht aus der Ausgangsposition mit vollständig gestreckten Armen unter Zählen bis drei in der Curlbewegung nach oben. Halten Sie am höchsten Punkt des Bewegungsablaufs kurz an und kontrahieren Ihre Bizeps so stark Sie können. Absenken über den gesamten halbkreisförmigen Bewegungsablauf unter Zählen bis vier.
Bankdrücken. Zählen Sie beim Absenken der Langhantel bis vier. Mit der Hantelstange vor der Brust verweilen Sie eine volle Sekunde bei angespannten Muskeln - nicht nur das Gewicht auf der Brust aufliegen lassen. Beim Anheben bis drei zählen.