Die Antwort wird wahrscheinlich "nein" lauten, wenn man einem Ernährungsphysiologen oder einen Diäteker fragt. Eine ausgewogene Mischkost zur Deckung des
Nährstoffbedarfs von Sportlern reicht nach deren Meinung aus. Selbst Hochleistungssportler seien nicht anders zu behandeln. Die gleiche Reaktion zeigen sie bei
Sportlern mit schlechten Essgewohnheiten. Unter Sportmedizinern ist diese Auffassung recht häufig. In manchen führenden Sportnationen dieser Welt sieht man das ganz anders. Dort ist man der Meinung, dass in fast allen Sportarten zusätzliche Nährmittel zwingend erforderlich sind.
In diesen Ländern sind ausgezeichnete Trainingsformen entwickelt worden und die Sportler ernähren sich dort sehr gut. Man hat dort erkannt, dass Sportler,
insbesondere Hochleistungssportler Nährmittel zur Deckung ihres erhöhten Nährstoffbedarfs benötigen, selbst wenn sie sich gut ausgwogen und gesund ernähren.
Bei intensiven körperlichen Belastungen werden Vitamine und Mineralstoffe im Körper abgebaut. Auch die beste Ernährung kann dies dem Körper nicht geben. Wenn
Sportler 2-3mal wöchentlich intensiv trainieren, kommt es zu einem verstärktem Nährstoffabbau. Es wurden spezielle Getränke und verschiedene spezifische
Backwaren für Sportler entwickelt. Auch in Form von Tabletten oder in flüssiger Form nehmen Sportler verschiedene Nährstoffe auf. Damit sie besser verwertet werden,
werden diese Nährstoffe zu bestimmten Tageszeiten eingenommen. In Regenerationsphasen werden sie meistens verabreicht. Der Körper füllt seine erschöpften
Nährstoffspeicher wieder auf und sammelt neue Energien für zukünftige Trainungseinheiten. Die Sportler werden sehr genau beobachtet, um die ideale Nährstoffzufuhr
herauszufinden. Um wirklich exakte Werte zu bekommen, werden die Portionen genau abgemessen und was nicht verzehrt wird, wird vom ganzen abgezogen. Diese
Nahrungszufuhr wird dann mit früheren Berechnungen des Nährstoffbedarfs für die Aktiven aus unterschiedlichen Sportarten verglichen. Man verabreicht ihnen entsprechende
Nährstoffe in konzentrierter Form, sobald Diskrepanzen festgestellt werden. Daraufhin steigern die Aktiven in fast allen Fällen ihre Leistungen. Wenn Sportlern die benötigten
Nährstoffe zusätzlich verabreicht werden, erbringen sie bessere Leistungen. Mahlzeiten sollten so zusammengestellt werden, dass ihr Kaloriengehalt und ihre ernährungs-
physiologische Zusammensetzung den körperlichen Bedarf hinsichtlich Energie und Nährwerten komplett abdeckt. Nur so ist eine Erneuerung beschädigter Körperzellen und
die Biosynthese von Enzymen, Hormonen und Nervenbahnen möglich. Eine Reihe verschiedener Probleme können bei unzulänglicher Nährstoffzufuhr auftreten. Selbst eine
erhöhte Anfälligkeit von Krankheiten, generelles Unwohlsein und vor allem eine Reduktion der psychischen und physischen Belastbarkeit können die Folge sein. Vom Alter,
Geschlecht, physischer Aktivität, Beruf, Klima und anderen Faktoren hängt der Nährstoffbedarf des menschlichen Körpers ab. In der Umstrukturierung der Stoffwechsel-
vorgängen liegt der Schlüssel zu idealer Sporternährung. Dies bewirkt eine bessere Adaption an immer grössere körperliche Belastungen und grössere funktionale Kapazi-
täten.
Hier die wichtigsten Aspekte richtiger Sporternährung:
1. Die Ernährung sollte nicht nur verbrauchte Energie und Nährstoffe wieder zuführen, sondern auch die Belastbarkeit steigern und die Regeneration nach intensiven sport-
lichen Anstrengungen beschleunigen. Letzeres ist besonders wichtig. Sehr leicht verdaulich sollten die Mahlzeiten sein. Das Ernährungsprogramm sollte mit dem Trainings-
programm und den Wettkampfterminen übereinstimmen.
2. Man muss differenzieren bei der Zusammenstellung der Ernährung. Zu berücksichtigen sind die spezifischen psychischen Belastungen sowie die jeweils adäquaten Formen
der Ernährung in der Trainingsphase, der Vorwettkampfphase, der Wettkampfphase und der Regenerationsphase.
3. Die metabolische Verwertung der zugeführten Nährstoffe sollte die Zusammenstellung der Mahlzeiten erleichtert werden.
4. Damit der Sportler sein für optimale athletische Leistungen ideales Gewicht beibehält, sollten ernährungsphysiologische Gesichtspunkte herangezogen werden. Beschleunigte
Entwicklung von Muskelsubstanz und Kraft muss die Ernährung gewährleisten. Muskelzuwachs wird durch Training gefördert. Dies aber nur, wenn die entsprechenden Nährstoffe
im richtigen Verhältnis gegenwärtig sind.
Bei Sportlern ist der Nährstoffbedarf wesentlich höher als bei der normalen Masse. Auch die beste Ernährung kann dem Körper nicht 100% Protein, Fett, Kohlenhydrate, Vitamine
und Mineralstoffe zuführen. Eine Ernährung ohne zusätzliche Nährmittel liefert nicht die zusätzlich benötigte Energie für bevorstehende Trainingseinheiten und Wettkämpfe. Eine
Voraussetzung für physische Bestform und sportliche Höchstleistungen sind ergänzende Nährstoffe in konzentrierter Form.