Für Sportler ist es am schwierigsten zu lernen, nach jeder Trainingseinheit erholsame Ruhepausen einzulegen. Die meisten Sportler würden lieber auf die Wartezeit verzichten, obwohl allgemein bekannt, dass man Konditionierung im Sport mit Belastung und anschliessendem Warten auf die körperliche Reaktion erzielt. Sportler sind der Meinung, dass mehr Training noch besser sein muss, was aber nicht stimmt.
Verletzungen, Erschöpfung und null Trainingsfortschritte sind die Folge. Übertrainieren ist das grösste Problem bei Sportlern, obwohl man mit Gewalt nichts erzwingen kann. Egal, welche Sportart man betreibt, man kann sich nur in Kooperation mit den Phasen der Belastbarkeit und der Erholungsbedürftigkeit des Körpers verbessern bzw. mit den Phasen der Zerstörung und des Wiederaufbaus von Muskelgewebe.
Wissenschaftler haben bei der Untersuchung der Beinmuskelzellen von Marathonläufern "verdrehte Zellen, gerissene Zellen und Zellen, deren Inneres nach aussen gestülpt wurde" festgestellt. Trainingsbedingte Schäden, und das am Tag vor dem Marathon! Noch mehr Zellen waren am Tag nach dem Marathon in Mitleidenschaft gezogen. Monate kann es dauern, um eine komplette Erholung von manchen Marathonläufern zu erzielen. Anstrengendes Training zehrt an der Körpersubstanz. Muskelgewebe wird in Mitleidenschaft gezogen, Abbauprodukte des Stoffwechsels sammeln sich an, der Blutzuckerspiegel sinkt, der Körper wird entwässert und die Funktion von Muskeln und Nerven wird durch den Verlust von Elektrolyten beeinträchtigt. Wenn man sich länger als 72 Stunden zwischen den Trainingseinheiten ausruht, macht man die Fortschritte des letzten Trainings zunichte. Im Training werden 2 Körpersysteme beansprucht. Das zentrale System (Herz, Lunge und Kreislauf) und das periphere System (die trainierten Muskeln). Im allgemeinen schützt sich das zentrale System selbst vor Überanspruchung, indem die Herztätigkeit bei Sauerstoffmangel reduziert wird. Um den gestellten Anforderungen gerecht zu werden, machen die Beine eines Marathonläufers weiter, bis hin zur totalen Erschöpfung und sogar bis hin zu einer Verletzung. Man sollte trainierten Muskelgruppen 24-48 Stunden Zeit geben, um sich zu regenerieren. Das bedeutet nicht, dass man während dieser Zeit nicht trainieren darf, es bedeutet, unterschiedliche Körperteile an verschiedenen Tagen zu trainieren. Z.B. beim Triathlon (Laufen, Schwimmen und Radfahren) werden unterschiedliche Körperteile beansprucht. Wechselt man im Training die Muskelgruppen, wird ein Körperteil trainiert, obwohl ein anderer Körperteil sich gerade "ausruht". Beim Langstreckenlaufen sollte man vorsichtig sein. Hartes Lauftrainig sollte man nicht jeden Tag machen. Optimales Auffangen des wiederholten Aufpralls bei den Laufschritten erfordert die Laufdisziplin. Dies kann schädlich für das Muskelgewebe sein.
Beim Bodybuilding sollte man an zwei aufeinander folgenden Tagen nicht den gleichen Körperteil trainieren. Oberkörper an einem Tag, Unterkörper am nächsten Tag. Auch ein heisses Bad oder eine Massage dürfte an dem einen oder anderen Tag die bessere Wahl sein. Früher oder später wird es zu einer Verletzung kommen, wenn man sich nicht ausruht. Verletzungen bedeuten Trainingspausen. Da hat man dann reichlich Zeit, um sich zu erholen. Wenn es nötig ist, hat die Natur ohnehin die Möglichkeit, einen aus dem Verkehr zu ziehen. Nach einer Zwangspause läuft man evtl. das Rennen des Lebens oder man nimmt das Training mit ganz neuer Motivation auf.