Ein Problem für jeden, vom Hochleistungssportler bis hin zur Hausfrau ist die Fettkontrolle. Sollte man zu dem übergewichtigen Personenkreis gehören, hat man wahrscheinlich schon jeden Diät-Trick erfolglos ausprobiert. Der Grund ist wahrscheinlich der, dass man mit falschen Mitteln versucht hat, den Punkt zu überwinden, den die Experten den "Körperfett-Fixpunkt" nennen. Dieser Fixpunkt ist ein innerlich programmierter Anteil von Fettablagerungen, den der Körper als Teil seines Überlebensmechanismus strikt beibehält. Bei jedem Menschen ist der Fixpunkt anders. Allen Versuchen widersetzt er sich, ihn allein durch veränderte Nahrungsaufnahme verändern zu wollen. Wenn man sich an die Prinzipien der Bodybuilding-Lebensweise hält, kann man ihn verändern. Das herrschende Schönheitsideal ist ein schlanker Körper. Doch wir befinden uns in einem Zeitalter mit kalorienreicher Nahrung und Mangel an kraftzehrenden Aktivitäten.
Die Ansammlung von Fett ist eine allgemeine Erscheinung geworden.
Natürliche Bestandteile unseres Körpers sind Fettzellen. Innere Organe werden gepolstert und isoliert, dienen als Schmiermittel in den Gelenken, zwischen der Haut und den Muskeln. Ebenfalls ein natürlicher Vorgang ist die Fettablagerung. Dort wird ein Energievorrat für Notfälle angelegt, aus dem die Energie, die aus Glucose gewonnen wird, ergänzt werden kann. Bei 250 Kalorien pro Pfund liefern Glykogen aus Glykose die Energie für intensive kurzfristige Aktivität. Mit 3500 Kalorien pro Pfund liefert die Energie für gemäßigte langfristige Aktivität.
Einen höheren Prozentsatz an Fett haben Frauen von Natur aus als Männer. Im Durchschnitt beträgt der Fettanteil bei Männern 23% und bei Frauen 36%. Der Durchschnittswert ist aber nicht der normale Wert. Egal welcher Körpertyp man ist, bei Männern sollte der Körperfettanteil nicht höher als 15% sein und bei Frauen sollte er nicht mehr als 25% betragen. Männer benötigen für die Normalen Körperfunktionen nur 3% und Frauen 6% für die lebenswichtigen Körperfettablagerungen. Ein Bodybuilder ist stets bemüht, dass sich der Fettanteil in diesem Rahmen bewegt.
Nicht natürlich ist die Ablagerung von überschüssigen Fett aber umweltbedingt. Eine grosse Rolle spielt dabei eine sitzende Lebensweise. Wenn ein Erwachsener fett wird, liegt dass meist an der falschen Ernährung in den mittleren Jahren. Der Mangel an Bewegung, ein reduzierter Stoffwechselquotient und ein dadurch veränderter Fixpunkt sind auch ein Grund.
Jeder wird mit einer bestimmten Anzahl von Fettzellen geboren. Im Fall von Fettablagerungen vergrössern sich eher die Fettzellen als dass sie sich vermehren. Die Kombination von falscher Ernährung und Mangel an sportlicher Bewegung verändern den Fixpunkt und dann kann es auch zu einer Vermehrung der Fettzellen kommen. Wenn man den Fixpunkt senken möchte, braucht man dieselben beiden Faktoren. Eine Diät alleine scheidet als wirksames Mittel zur Reduzierung und Kontrolle von Körperfett aus.
Untersuchungen ergaben, dass dicke Menschen tatsächlich weniger essen als schlanke Menschen. Übergewichtige Menschen halten dauernd Diät und wenn sie es nicht machen, fühlen sie sich schuldig. Heute weiss man, dass der Stoffwechsel eines übergewichtigen Menschen sich an die geringe Kalorienzufuhr anpasst und die kleinste Erhöhung der Nahrungsaufnahme sofort zu einer Zunahme an Körpergewicht führt. Chronisch Übergewichtige können bei einer Diät sogar noch zunehmen.
Doch mit ernsten gesundheitlichen Konsequenzen haben übergewichtige Menschen zu kämpfen. Die unmittelbare Ursache ist nicht das überschüssige Fett, doch Beschwerden wie z.B. Rücken- und Gelenkschmerzen, Gicht, Gallensteine und Diabetes werden gefördert.
Zur erfolgreichen Veränderung des Körperfettanteils ist das Verständnis von Bedeutung, die der Fixpunkt hinsichtlich der Kontrolle von Fettablagerungen hat, der Schlüssel. Offenbar ist im Hypothalamus im Gehirn der Kontrollmechanismus durch den Körperfett-Fixpunkt angesiedelt. Von chemischen Signalen wie Endorphine oder Glycerose wird die Fettmenge gesteuert. Fallen die Fettvorräte unter den Fixpunkt, so werden Signale abgegeben, die die Fettablagerung im Organismus fördern. Der Appetit wird angeregt und die grundsätzliche Stoffwechselquote beeinflusst. Eine Reaktion des Fixpunktes wird auch durch Aktivität bewirkt. Der Fixpunkt ist möglicherweise genetisch festgelegt, ergaben viele Untersuchungsergebnisse. Manche Menschen haben von Natur aus mehr Fett als andere. Nach der Geburt verteilt sich die gesamte Fettschicht am Körper auf die Körpermitte um. Findet diese Entwicklung nicht statt, vermutet man, dass der Körper mehr Körperfett ansammelt als normal. Dieser Vorgang ist unabhängig von zuviel essen. Sinken die Fettvorräte unter den Wert des Fixpunktes, verspürt der Mensch Hunger. Die Stoffwechsel-Grundquote wird verringert, wenn dann keine Nahrung zur Verfügung steht. D.h., um die normalen Körperfunktionen aufrecht zu erhalten, werden weniger Kalorien benötigt. Bei verringerter Nahrungsaufnahme, besonders bei extremen Hungerkuren, passiert das. Wenn man zuviel isst, sorgt der Fixpunkt dafür, dass nicht alle Nahrung in Fett umgewandelt wird. Der Fixpunkt will lediglich die vorgeschriebene Ebene wieder herstellen. Er erhöht die Stoffwechsel-Grundquote (BMR), so dass bei den normalen Körperfunktionen mehr Kalorien verbraucht werden, sogar ohne körperliche Aktivität. Doch zuviel Essen kann zur Ablagerung überschüssigen Fetts führen.
Der Fixpunkt kann sich in Reaktion auf bestimmte Nahrungsmittel verändern. Möglicherweise lösen die reichhaltigen Delikatessen ein Anheben des Fixpunktes aus. Das Ergebnis ist, dass jemand, der regelmässig Nahrung zu sich nimmt auf einen höheren Anteil von Fettablagerungen programmiert ist. Eine solche Reaktion kann süsse Nahrung hervorrufen.
Studien haben ergeben, dass Menschen, die Sport betreiben nur so viel essen wie sie benötigen, um schlank zu bleiben. Der Einfluss des Fixpunktes auf den Appetit zeigt sich hier. Freiwillige Anstrengung wird von einem aufgrund der bequemen Lebensweise gefordert. Das erklärt auch, dass man beim Training abnimmt und Training zum Erhalt einer schlanken Figur führt.
Bei der Fettkontrolle geht es darum, die chemischen Vorgänge im Körper so zu verändern, dass die Neigung, Nahrung in Fett umzuwandeln, verringert wird. Als fruchtlos hat sich eine Diät alleine erwiesen. Um dauerhaften Gewichtsverlust zu erreichen, spricht dauerhaftes Training als beste Möglichkeit dafür. Sobald der Fetthaushalt erst einmal in Ordnung gebracht wurde, kann jemand, der trainiert, sogar mehr essen. Sportler nehmen täglich ca. 600 Kalorien mehr zu sich als Nichtaktive und wiegen aber um 25% weniger als Nichtaktive. Ein Sportler kann mehr wertvolle und notwendige Nährstoffe aufnehmen und dabei noch einen schlanken Körper behalten. Studien behaupten, dass regelmässiges aerobes Training, Laufen, Radfahren, Schwimmen, Ski-Langlauf die einzige körperliche Tätigkeit sei, um Körperfett abzubauen. Gegen überschüssiges Fett ist Training das einzige wirksame Mittel. Training fördert den Stoffwechsel und erhöht die Muskelmasse und verändert die chemischen Vorgänge. Das bedeutet, dass man sogar im Schlaf mehr Kalorien verbrennt. Die Nahrungsaufnahme wird beginnend mit gemässigten Training reduziert. Die Kalorienzufuhr kann mit anstrengendem Training steigen, doch der Anteil an Körperfett verringert sich. Um den körperlichen Fixpunkt zu senken, scheint Training die einzige Möglicheit zu sein. Schlanker als alle anderen Sportler sind wohl Bodybuilder. Die Fettgrenze beträgt bei diesem Personenkreis mal gerade 3% bzw. 6% (Männer bzw. Frauen), die aber auch zwingend notwendig ist. Bodybuilder achten bewusst auf den Nährwert ihrer Nahrung, damit der Körper mit dieser Nahrung maximal umgehen kann. Durch Hungern baut niemand Muskeln auf. Die einzigen Mittel, mit denen man endgültig das Körperfett besiegt, sind die Grundsätze gesunder Ernährung und Trainingsgewohnheiten, die diese Grundsätze umfasst.