Zur körperlichen Fitness gehört mehr als die Fähigkeit fünf Kilometer am Stück zu laufen oder schwere Gewichte zu stemmen. Die Verbesserung der Elastizität des Körpers sollte Bestandteil eines jeden Fitnesstrainings sein und trägt damit zum allgemeinen Wohlbefinden bei. Stretching oder Dehngymnastik ist eine gute Körperübung.
Stretching hat viele positive Effekte auf den Organismus und verbessert das Körpergefühl und Wohlbefinden. Eine gute Beweglichkeit liegt dann vor, wenn die über ein Gelenk ziehenden Muskeln dieses einerseits stabilisieren und es andererseits in seinem Bewegungsspielraum nicht einschränken. Grundsätzlich kann man sagen das jüngere Menschen beweglicher sind als ältere und Frauen im allgemeinen beweglicher sind als Männer. Jeder kann jedoch in seinem individuellen Rahmen die persönliche Beweglichkeit durch Stretching verbessern.
Stretching verbessert die Beweglichkeit der Muskulatur und vergrößert den maximal erreichbaren Gelenkwinkel. Ein gut dehnbarer Muskel ist weniger anfällig für Verletzungen, wie z.B. Zerrungen oder Überlastungsbeschwerden.
Stretching erhält und fördert das muskuläre Gleichgewicht und verbessert dadurch auch die Körperhaltung. Gut dehnbare Muskeln sind eine wichtige Voraussetzung für rückenfreundliches Sitzen und Stehen. Streching beugt auch Verspannungen sowie daraus resultierenden Gesundheitsbeeinträchtigungen vor wie z.B. Rückenbeschwerden.
Man fühlt sich mit Streching auch deutlich weniger steif, wenn man regelmäßig seine Muskeln dehnt.
Wie kann man beginnen?
Am einfachsten ist der Einstieg in einem Kurs, der von einem Fachkundigen geleitet wird. Vereine, Fitnessstudios und Volkshochschulen haben ein entsprechendes Angebot. Wer lieber allein zu Hause übt, sollte einige Grundregeln beherzigen:
Die jeweiligen Muskeln sollten langsam so weit gedehnt werden bis ein leichtes Ziehen im jeweiligen Muskel zu spüren ist.
Auf keinen Fall gegen einen Schmerz dehnen.
In der als angenehm empfundenen Dehnstellung 15 bis 30 Sekunden verharren.
Während der Übungen nicht die Luft anhalten, sondern regelmäßig und ruhig atmen.
Immer beide Körperseiten gleich dehnen.
Bei der Auswahl von Stretching-Übungen sollte man zum einen die besonders beanspruchten Muskeln bedenken. Wer beispielsweise viel joggt, sollte anschließend speziell die Beinmuskeln dehnen.
Darüber hinaus sollte man vor allem die Muskeln berücksichtigen, die im allgemeinen zu Verkürzungen neigen. Das sind die Schultermuskulatur, Brustmuskulatur, untere Rückenmuskulatur, vordere und hintere Oberschenkelmuskulatur, Wadenmuskulatur.
Stretching-Übungen sollte man regelmäßig, am besten zwei- bis dreimal in der Woche durchführen.
Kniebeuger-Stretching: Auf den Rücken legen und ein Bein gestreckt anheben. Das Bein mit den Händen am Oberschenkel - kurz unterhalb der Kniekehle - festhalten und langsam so weit zum Körper ziehen, bis ein leichtes, angenehmes Ziehen in der Oberschenkelrückseite zu spüren ist. Die Hüfte dabei nicht nach außen drehen, sondern gerade nach vorne schieben und den Rücken gerade halten.
Hüftbeuger-Stretching: Ausfallschritt nach vorne. Mit den Händen auf das vordere Knie stützen. Die Hüfte so weit nach vorne/unten schieben, bis ein leichtes Ziehen vorne in der Hüfte zu spüren ist. Die Hüfte dabei nicht nach außen drehen, sondern gerade nach vorne schieben und den Rücken gerade halten.
Brustmuskel-Stretching: Aufrecht hinstellen. Mit den Händen ein Springseil oder einen langen Gürtel greifen, und die Arme gestreckt nach oben hinter den Kopf führen. Den Rücken aufrecht halten und nach vorne schauen.