Bodybuilder müssen sich an ihrem Körper immer wider mit geringfügigen Abweichungen von der Perfektion abfinden. Diese Abweichungen bezeichnet man als Dehnungsstreifen. Fast jeder ernsthafte Bodybuilder bekommt sie. Dehnungsstreifen sind Narben, die nach Rissen in den unteren Hautschichten auftreten. Diese Risse sind schmerzlos, denn in diesen Hautschichten befinden sich keine Nervenenden, und haben keinerlei Einfluss auf die Gesundheit, zumindest nicht auf die körperliche Gesundheit. Da die unteren Hautschichten stark mit Pigmenten durchsetzt sind, gehen bei derartigen Rissen Pigmente verloren, so dass bei der Heilung, bzw. der Narbenbildung unter der Hautoberfläche, die typischen Dehnungsstreifen entstehen, die heller sind als die übrige Haut. Der Verlust an Pigmenten macht die Haut in den entsprechenden Bereichen durchscheinender. Dehnungsstreifen wirken deshalb nach einer Weile leicht glänzend und silbrig. Offenbar sind Frauen, die Kinder geboren haben und Bodybuilder am stärksten von Dehnungsstreifen betroffen. Gelegentlich treten sie aber auch bei weiblichen und männlichen ( in geringerem Ausmass ) Teenagern sowie bei fettleibigen Menschen auf.
Die Haut ist äusserst elastisch. Elastisch zu sein ist einer ihrer Aufgaben. Und solange man diese Elastizität nicht auf irgendeine Weise zerstört, und solange keine ernährungsmässig oder genetisch bedingten Schäden eintreten, wird die Haut ihre Funktion erfüllen und elastisch bleiben. Richtige Ernährung ist äusserst wichtig für die Kollagen / Keratinstruktur der Haut ist. Offenbar bricht diese Struktur zusammen, wenn Mängel auftreten. Im Grunde besteht die Haut aus miteinander verbundenen Fasern - fast wie ein Stück Stoff. Dieses Gewebe kann schwächer werden, so dass die Haut in verschiedenen Schichten reisst.
Es gibt Bodybuilder mit Armen von 50 cm Umfang, die noch nie einen Dehnungsstreifen bekommen haben, und andere, die gar nicht so massig sind, deren Haut aber von Streifen übersät ist. Wenn man jemanden bei Kniebeugen zusieht, wird man feststellen, dass die Haut über den Deltamuskeln in der Hocke sehr straff gespannt ist. Viele Bodybuilder bekommen von Kniebeugen Dehnungsstreifen vorne an den Schultern und erkennen das gar nicht. Sie glauben, die Streifen kommen vom Brusttraining. In aller Regel sind Dehnungsstreifen an den vorderen Schulterpartien aber die Folge von Kniebeugen. Die Haut ist so schwach, dass sie schon reisst, wenn man die Arme nach hinten nimmt und das Gewicht auf die Schultern drückt.
Bodybuilder/innen bekommen auch Dehnungsstreifen, wenn sie anabole Steroide oder Wachstumshormon nehmen, was aber auch zu einem wesentlichem Zinkmangel führt.Denn jeder Wachstumsprozess im Körper benötigt einfach sehr viel Zink. Nimmt man Anabolika ein, wird der Körper praktisch gezwungen, ständig Überstunden zu machen, und dadurch entsteht ein höherer Bedarf an allen Nähr - und Aufbaustoffen, nicht nur an Zink. Zink gehört zu denjenigen Mineralstoffen, die für das Muskelwachstum und die Reparatur bzw. Neubildung von Gewebe von entscheidender Bedeutung sind. Fleisch, Leber, Fisch, Erbsen, Bohnen, Linsen, Vollkorn, Eier und Milch enthalten viel Zink. Um Dehnungsstreifen vorzubeugen, sollte man zusätzliches Zink in konzentrierter Form zu sich nehmen.